Senioren in der Werbung - Werbung mit Senioren
Ein einzigartiges Archiv zum (ver)öffnentlichten Altersbild

Seit Anfang der 90er Jahre beschäftige ich mich mit Fragen des Alters und des Alterns unserer Gesellschaft - und in diesem Zusammenhang auch mit dem (ver)öffentlich(t)en Bild von Seniorinnen und Senioren: Wie sehen wir das Alter und das Altern und wie stellen wir diese Phänomene dar?

 

Damals, vor  20 Jahren, war das Stichwort „demografischer Wandel" noch nicht en vogue, sprach noch (fast) niemand von der „goldenen Generation", geschweige denn von „best ager“ oder „silver sex“. Seniorinnen und Senioren hatten weitgehend die Rolle einer genügsamen Generation zu erfüllen, die nach einem arbeitsreichen Leben nun die kleinen Freuden des Lebensabends genießen kann: vor dem Fernseher, bei Maria Hellwig oder dem Komödienstadl, ausgestattet mit der Seniorenkarte der Deutschen Bundesbahn und der unbändigen Vorfreude auf die Jahreshauptversammlung des örtlichen Gesangvereins - als kultureller Höhepunkt des Jahres.

 

Doch dann geschah es: Seniorinnen und Senioren wurden als gut betuchte Kunden entdeckt. Man stellte beispielsweise fest, dass der überwiegende Teil der Mercedes-Fahrer eher um die 60 ist als 30 Jahre alt! Und dann tauchten die grauen Schläfen auch in Anzeigen auf. Die reife Frau durfte nun für Nivea werben!

 

Was vor einigen Jahren noch die absolute Ausnahme war, ist heute fast überall präsent: Seniorinnen und Senioren haben in der Werbung ihren festen Platz. So wird mit Senioren für die unterschiedlichsten Produkte geworben, nicht nur wie früher für spezielle Seniorenprodukte (Kukident, Treppenlifter, Doppelherz), sondern nunmehr für alle Konsumbereiche.

 

Und so füllt sich das Archiv mit Beispielen von Senioren in der Werbung beständig. Aus kleinen Anfängen, die beiläufig zusammengetragen wurden, ist mittlerweile eine stattliche Sammlung geworden, die aktuell auch immer mehr mit Filmsequenzen und Videoclips angereichert wird. Die bemerkenswertesten Sammlerstücke können entweder als Ausstellung (DIN A 2 / DIN A 3) präsentiert oder als Video-/Digitalshow gezeigt werden.

 

Dr. Stefan Arend
München